Bus und Schule
Rund 25.000 junge Fahrgäste legen in der Verkehrsgemeinschaft am Bayerischen Untermain (VAB) den täglichen Weg zur Schule mit dem Bus zurück. In den Hauptverkehrszeiten morgens und mittags setzen die Busunternehmen in der VAB rund 220 Busse ein, um die Schüler pünktlich und sicher in die Schule bzw. nach Hause zu bringen. Im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln bieten die Busse die größte Sicherheit. Die Fahrten im Schülerverkehr verlaufen jedoch nicht immer reibungslos. Die Atmosphäre in den Bussen und Bahnen ist häufig gereizt, Sicherheitsrisiken in den Fahrzeugen und an den Haltestellen – insbesondere für kleinere Schüler – nehmen zu. Durch Drängeln und Schubsen beim Einsteigen verzögert sich die Abfahrt der Busse an den Haltestellen unnötig. Um die geschilderte Situation zu verbessern, bietet die Verkehrsgesellschaft Untermain (VU) die beiden Ausbildungsprojekte "Busschule“ und "Busbegleiter“ an.
Hier zu finden:
Projekt Busbegleiter
Bei der Ausbildung von Schülerinnen und Schüler als Busbegleiter hat sich die VU an einem Fahrzeug-Begleiter-Konzept, das ursprünglich die Bochum-Gelsenkirchener-Straßenbahn AG entwickelt hatte, orientiert. Ziel ist, Auseinandersetzungen in Bus und Bahn entgegenzuwirken und eine sichere und gute Fahrt für alle zu erreichen. Die Lösung liegt in der Kooperation aller Beteiligten: Verkehrsunternehmen, Schule und Polizei arbeiten zusammen, indem sie engagierte Jugendliche umfassend ausbilden und betreuen. Diese Jugendlichen werden Ansprechpartner für ihre Mitschüler in Bus und Bahn und sie greifen bei kritischen Vorfällen ein. Die Jugendlichen lernen, hinzuschauen, Verantwortung zu übernehmen, eine Vorbildfunktion zu erfüllen und im Team zu arbeiten. Bei all dem wird Eigenverantwortlichkeit groß geschrieben und somit auch Zivilcourage bei Jugendlichen gefördert. Am Ende der Ausbildung erhalten die Teilnehmer eine Urkunde über ihr ehrenamtliches Engagement. Das Projekt läuft aktuell am Schulzentrum in Hösbach in Zusammenarbeit mit dem Hanns-Seidel-Gymnasium und der Staatlichen Realschule Hösbach.
Die Ausbildung soll die Schüler in die Lage versetzen, Konfliktsituationen zwischen anderen Schülern gewaltfrei zu lösen. Das Busbegleiter-Training umfasst etwa 18 Schulstunden und dauert rund fünf Wochen. Die Auswahl der Schüler erfolgt auf freiwilliger Basis. Die Schüler lernen in Rollenspielen praxisnah im bereitgestellten VU-Bus, wie sie problematische Situationen im Bus oder an Haltestellen entschärfen können. Es werden Übungen zur Körpersprache, zu Kommunikationstechniken und sicherem Auftreten gemacht.
Ziel ist, zahlreiche weitere Busbegleiter auszubilden, um die Atmosphäre in den Bussen nachhaltig zu verbessern.
Projekt Busschule
Wenn Schüler zum ersten Mal regelmäßig alleine den Bus zur Schule nutzen, fahren Angst und Unsicherheit mit. An Haltestellen drängeln sich die Schüler und schubsen sich vor die Fahrzeuge. Am Ziel laufen sie vor den Bus, um schnell die Straße zu überqueren - ohne zu ahnen, dass Auto- und Busfahrer sie dort nicht sehen können. Vertraut mit den wichtigen Verhaltensregeln, wird den Kindern dieser neue Schritt sicher leicht fallen. Die Verkehrsgesellschaft Untermain (VU) führt deshalb in ihrem Verkehrsgebiet die Busschule für den sicheren Schulweg durch.
Ziel der Busschule ist, den Zehnjährigen binnen zweier Schulstunden zu vermitteln, wie sie sicher mit dem Verkehrsmittel Bus zur Schule kommen und wie sie sich während der Fahrt angemessen verhalten. Die Schüler lernen mögliche Gefahren kennen - und wie sie einen Bogen darum machen können.
Zur Einstimmung wird den Schülern der achtminütige VU-Schulungsfilm mit dem Titel „Cool ist was anderes“ gezeigt. Der Film erzählt die Geschichte des Jugendlichen Fabian, der immer spät dran ist und durch sein Verhalten am Bus sich und andere gefährdet. Fabian drängelt, schubst und ärgert die anderen. Doch seine Mitschüler und der Busfahrer zeigen ihm, wie man sich richtig verhält.
Im praktischen Sicherheitstraining lernen die Kinder dann im VU-Bus, wie sie sich vor, hinter und im Bus sicher bewegen. Die Schüler üben an der Haltestelle geordnetes Ein- und Aussteigen und erfahren, wie wichtig es ist, im Bus immer den richtigen Halt zu haben. Am Beispiel der Kunststoff-Tonne „Tonnia“, die ungesichert im Mittelgang des Busses steht, sehen sie, was bei einem Bremsmanöver passieren kann. Zum Abschluss lernen die Schüler alle Hinweisschilder im Bus kennen und erfahren, was zu tun ist, wenn der Bus in einen Unfall verwickelt wird und sie den Bus verlassen müssen. Dann ist es wichtig, nicht in Panik zu geraten und die Sicherheitseinrichtungen des Busses zu kennen und nutzen zu können.
Mehr Infos und Kontakt
Eltern und Lehrer, die nähere Informationen zu den beiden Projekten erhalten möchten, können sich direkt an die VU wenden:
Verkehrsgesellschaft mbH Untermain
Herr Thomas Gärtner
Ludwigstraße 8
63739 Aschaffenburg
Tel.: 06021/3392-37,
E-Mail: info@vu-gmbh.de
Busschule Verhaltensregeln (PDF, 16KB)
Hier gibt es die Verhaltensregeln als PDF zum Download.
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